Was sind Gefühle
Gefühle sind vergänglich, sie wollen gefühlt werden, dann verschwinden sie.
Werden sie unterdrückt, nicht beachtet oder verurteilt, melden sie sich immer und immer wieder, bist sie letztendlich doch gefühlt wurden.
Ein Gefühl, wenn du es zulässt, es wahrnimmst und es durch deinen Körper fließen lässt, bleibt höchstens einige Minuten. Dann verschwindet es, ganz egal ob du kognitiv verstehst weshalb dieses Gefühl nun aufgekommen ist oder nicht, denn das ist gar nicht wichtig.
Wir Menschen versuchen immer alles zu verstehen, auch unsere Gefühle.
Da bin ich keine Ausnahme.
Jahrelang war ich verzweifelt, weil ich meine Gefühle nicht benennen konnte, nicht wusste warum sie hoch kamen und was sie mir sagen wollten.
Ich war so sehr damit beschäftigt dies herauszufinden, dass ich gar nicht auf die Idee kam sie zu fühlen, das Ergebnis war eine innere Leere.
Aber der einzige Sinn und Zweck von Gefühlen ist es nun mal gefühlt zu werden, denn sie sind nichts anderes als Energien die fließen müssen und dieses Fließen ist es was wir spüren.
Um sie zu unterdrücken benötigt wir logischerweise noch mehr Energie, das ist kräftezehrend und führt auf Dauer zu körperlichen Beschwerden.
Warum also tun wir das und wollen wir wirklich alle unsere Gefühle unterdrücken?
Nein, die uns angenehmen Gefühle wie Freude, Liebe und Zufriedenheit fühlen wir gerne.
Aber es gibt leider so viele Gefühle die sich nicht gut anfühlen; und die wollen wir nicht.
Das Problem ist nur leider, dass eine selektive Unterdrückung von Gefühlen nicht wirklich machbar ist, hier gilt oft: ganz oder gar nicht, alle oder keins
Das heißt, wenn wir die „negativen“ Gefühle unterdrücken, gehen uns auch die positiven verloren und das ist sehr schade.
Vor allem wenn man bedenkt wie kurzlebig so ein einzelnes Gefühl ist.
Ich behaupte jeder von uns kann diese kurze Zeit überstehen, auch wenn es sich richtig, richtig schlecht anfühlt. Letztendlich ist es eine einfache Kosten Nutzen Rechnung, denk mal drüber nach.
Eifersucht
Eifersucht wird beschrieben als ein Gefühl der Angst und Unsicherheit, das auftritt, wenn eine Person befürchtet, die Aufmerksamkeit, Zuneigung oder Liebe einer wichtigen Bezugsperson an eine dritte Person zu verlieren oder sie den Wert oder die Sicherheit der eigenen Bindung als gefährdet ansieht.
Sie ist oft von Gefühlen wie Selbstzweifel, Wut, Angst, Trauer, Unsicherheit, Neid, Minderwertigkeitsgefühlen und dem Wunsch nach Kontrolle begleitet und kann sowohl durch tatsächliche Anzeichen in der Beziehung als auch durch innere Ängste ausgelöst werden.
Was tun wenn du Eifersucht empfindest?
Zu aller erst und immer: lass das Gefühl zu und fühle es!
Denn Gefühle sind vergänglich, sie wollen gefühlt werden und dann verschwinden sie.
Werden sie unterdrückt, nicht beachtet oder verurteilt, melden sie sich immer und immer wieder, bist sie letztendlich gefühlt wurden.
Und Bonus: wenn du die Eifersucht zulässt, hast du die Möglichkeit zu fühlen welches Gefühl darunter liegt.
Was fühlst du noch?
- Selbstzweifel?
- Wut?
- Angst?
- Trauer?
- Unsicherheit?
- Neid?
- Minderwertigkeit?
- Oder den Wunsch nach Kontrolle?
Ich weiß es ist schwer zuzugeben welches Gefühl die Eifersucht begleitet, denn jedes davon wird in unserer Gesellschaft negativ bewertet und doch ist es super wichtig genau hinzuschauen.
Denn kannst du es benennen, kannst du dir weitere Fragen stellen um herausfinden was du in der Situation in der du eifersüchtig bist wirklich brauchst.
– Fühlst du Selbstzweifel, frage dich: wieso zweifele ich jetzt an mir?
– Fühlst du Wut, frage dich: worauf genau bin ich wütend?
– Fühlst du Angst, frage dich: wovor genau habe ich Angst?
– Fühlst du Trauer, frage dich: worüber bin ich eigentlich traurig?
– Fühlst du Unsicherheit, frage dich: weshalb bin ich eigentlich unsicher?
– Fühlst du Neid ,frage dich: worauf genau bin ich neidisch?
– Fühlst du Minderwertigkeitsgefühle, frage dich: wieso fühle ich mich jetzt minderwertig und im Vergleich zu wem?
– Fühlst du den Wunsch nach Kontrolle, frage dich: was würde ich dann tun und würde es wirklich etwas ändern?
Die Antworten auf diese Fragen bringen dich ein ganzes Stück weiter, aber wahrscheinlich noch nicht ganz ans Ziel.
Zur Erinnerung: Das Ziel ist es herauszufinden was du in der Situation in der du eifersüchtig bist brauchst, damit dieses Gefühl beim nächsten Mal weniger stark aufkommt. Ja, erst mal nur weniger stark…kleine Ziele
Jetzt ist es ratsam zusammen mit deiner Partnerperson zu überlegen was du in der Situation brauchst, wie ihr sie vielleicht verändern könnt, was ihr vorher und/oder nachher tun könnt, um dich zu unterstützen.
Das ganze gilt natürlich auch umgekehrt, wenn nicht du es bist die eifersüchtig ist, sondern deine Partnerperson.
Selbstzweifel
Selbstzweifel sind das Misstrauen an sich selbst – die Unsicherheit, bezüglich der eigenen Fähigkeiten und des eigenen Wertes.
Sie treten oft in Zusammenhang mit negativen Glaubenssätzen auf.
Was kannst du tun wenn du von Selbstzweifeln geplagt wirst?
Hier gilt, wie bei jedem anderen Gefühl auch: nimm es wahr, lass es da sein, fühle es.
Dann hast du zwei Möglichkeiten:
- Du kannst dir den dahinterliegenden Glaubenssatz anschauen, das ist sicher nicht in ein paar Minuten erledigt, ist aber hilfreich, um langfristig weniger stark/oft Selbstzweifel zu haben oder
- du überlegst dir was du zu deiner besten Freundin, deinem besten Freund sagen würdest und was du tun würdest, wenn sie/er von Selbstzweifeln geplagt wird und wendest das bei dir selber an, ergo:
sei freundlich zu und verständnisvoll mit dir, nimm dich in den Arm und benenne deine Stärken.
Minderwertigkeitsgefühle
Ein Minderwertigkeitsgefühl ist das seelische Empfinden, sich selbst als unvollkommen, unzulänglich und wertlos zu betrachten, oft im Vergleich zu anderen Menschen, die man als überlegen wahrnimmt. Dieses Gefühl kann zu Selbstzweifeln, Angst und sozialem Rückzug führen.
Es ist ganz normal hin und wider an sich selbst zu zweifeln, doch fühlst du dich dauerhaft körperlich, geistig oder sozial anderen unterlegen, konzentrierst dich stark auf deine Fehler und Mängel und siehst deine Stärken und Erfolge nicht, überlege bitte dir Hilfe bei einer Fachperson zu holen.
Ich kann dir hier nur sagen, dass es absolut nichts bringt dich mit anderen zu vergleichen, vor allem nicht wenn es um das Thema Beziehungen geht.
Jede Beziehung ist einzigartig, denn die Personen die miteinander in Beziehung sind, sind einzigartig.
Das was deine Partnerperson und du miteinander habt, die Art und Weise wie ihr beide euch liebt, wie ihr miteinander redet und umgeht, das gibt es kein zweites Mal.
Also schlage ich vor genieße es und sorge dich nicht ob es vielleicht irgendwo eine Person geben könnte die „besser“ ist als du, denn du bist genau richtig. Für dich, für deine Partnerperson und für die Beziehung die ihr miteinander führt.
Das ist immer wichtig sich bewusst zu machen, wird aber nochmal wichtiger wenn wir an Polyamorie denken, in der ja mehrere Beziehungen gleichzeitig, nebeneinander bestehen.
Die Versuchung sich mit einer/m Metamour zu vergleichen ist hoch.
Was aber kannst du konkret tun, wenn dich Minderwertigkeitsgefühle überkommen?
Mein Rat:
- In der Situation kannst du dich auf deine Stärken fokussieren, davon hast du sicher eine ganze Menge 😘
- Mach dir bewusst was für ein toller Mensch du bist und das andere freiwillig und gerne Zeit mit dir verbringen
- Sprich mit jemandem darüber
Mit einer guten Freundin, einem guten Freund oder mit deiner Partnerperson.
Am sinnvollsten mit der Person bei der sie aufgetreten sind, denn die kann dich bestärken und gemeinsam mit dir überlegen was du in ähnlichen Situationen auch von ihr brauchst, damit diese Gefühle, zumindest aus diesem Grund, in Zukunft nicht mehr hochkommen.